Musikalische Weihnachtsfreude: Bergische Symphoniker begeistern in der Lutherkirche

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Die Bergischen Symphoniker verzauberten die Lutherkirche in Remscheid mit ihrem traditionellen Weihnachtskonzert. Dirigent Witolf Werner führte mit Barock- und Romantikstücken durch den Abend.

Welche Kompositionen besonders begeisterten.

Peter Klohs 11.12.2025, 11:00 Uhr

Remscheid. Regelmäßig ziehen die Bergischen Symphoniker zum Ende jeder Spielzeit in die Remscheider Stadtteile, um dort Open-Air-Konzerte zugeben. Einmal im Jahr präsentieren sie ihre Kunst in der Kirche. Für Mittwochabend luden Orchester und Chor der Bergischen Symphoniker, beide unter der Leitung von Witolf Werner, in die Lutherkirche ein. Weihnachtliche Musik stand auf dem Programm. Über 80 Minuten erklangen vor allem Werke aus dem Barock, aber auch aus der Romantik und Spätromantik.

Überwiegend schwungvolle Kompositionen

Dirigent und Moderator Werner, geprägt durch sechs Jahre an der Wiener Staatsoper, wählte schwungvolle, temperamentvolle Kompositionen – warum auch nicht? Schließlich ist Weihnachten ein Fest der Freude. Nur das Concerto grosso op. 6, Nr. 8 (Das Konzert für die Heilige Nacht), aufgeteilt in drei Teile, von Arcangelo Corelli, enthielt dunkle, ja traurige Passagen.

Von Vivaldi über Buxtehude bis Zelenka

Aber der Reihe nach: Es ging mit Vivaldi los, mit dem „Gloria in exelsis deo“ in D-Dur, RV 589, einem kurzen und knackigen Werk, das die Freude über die Geburt des Herrn feiert. „Das neugeborene Kindlein“ des 50 Jahre vor Bach geborenen Dietrich Buxtehude klingt verspielt und weniger streng als andere Weihnachtskantaten. Mit Jan Dismas Zelenka erklang ein selten gespielter barocker Komponist, der im Jahr 1679 in Böhmen, dem heutigen Tschechien, geboren wurde. Sein „Magnificat in D“ ist ein großes Werk, aufgeteilt in drei Abschnitte. Der Kopfsatz kommt mächtig daher, der Mittelteil ist sachte und fast behäbig, das Finale, ein extrem lang gezogenes „Amen“, ist hurtig und gewaltig. Und zum ersten Mal an diesem Abend war auch der Applaus der Konzertbesucher riesig. Erste Begeisterungsrufe waren zu hören.

Der emotionale Höhepunkt des Konzerts

Der emotionale Höhepunkt kam jedoch danach: Johann Sebastian Bach, der König aller Barockkomponisten. Drei Gesänge aus dem Weihnachtsoratorium (BWV 248) erklangen: das lange und gehaltvolle „Jauchzet, frohlocket“ und die beiden viel kürzeren „Herrscher des Himmels“ sowie „Ich steh‘ an deiner Krippen hier“. Der Applaus nahm noch einmal zu.

Mit Gustav Holst brachte Witolf Werner englische Weihnachtsmusik nach Remscheid. In „Fantasy on old carols“ bearbeitete der Komponist vier Lieder seiner Heimat kunstvoll. Die 1915 entstandene Komposition bewies, dass Weihnachtslieder in Großbritannien und Deutschland grundlegend anders klingen.

Dirigent gewährte zwei Zugaben

Mit dem instrumentalen „Einzug der Königin von Saba“ (Händel) leitete das Konzert zum Finale über: Felix Mendelssohns Bearbeitung von Martin Luthers „Vom Himmel hoch“. Selbstverständlich sangen alle Menschen in der Kirche mit. Der Dirigent gewährte wegen des überbordenden Applauses zwei Zugaben.

RGA